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INTAGLIO
Kupferstiche und Radierungen von Francisco Goya bis Heinrich Heuer


Online-Katalog

Zeit: 9. November 2021 bis 18. Februar 2022
Ort: Galerie Hochdruck, Friedmanngasse 12/5, 1160 Wien
Eröffnung: Dienstag, 9. November 2021, 18 bis 21 Uhr
Öffnungszeiten: Di – Fr 11 – 18 h oder nach Vereinbarung
Web: https://www.galeriehochdruck.com/news.html
Email: contact@galeriehochdruck.com
Phone: +4369911506010

verlängert bis 18. Februar

Diesmal widmen wir uns – ganz im Widerspruch zum Galerienamen – dem Tiefdruck (auf Englisch „Intaglio“) mit seinen zahlreichen Variationen und verschiedenen, teilweise sehr anspruchsvollen Techniken. „Intaglio“ bezieht seine Herkunft aus dem italienischen Wort „intagliare“, was so viel wie „kerben“ oder „ritzen“ bedeutet und somit auf die Behandlung der Platte durch den Künstler verweist, der das Bild gewissermaßen aus der Metallplatte schneidet oder in diese ritzt – direkt oder durch einen Ätzgrund hindurch. Das deutsche Wort „Tiefdruck“ verweist wieder auf die Art, wie die Platte gedruckt wird. Beim Tiefdruck liegt im Gegensatz zum Hochdruck, wo die beim Schneiden stehengelassenen Partien (also Stege oder zusammenhängende Flächen) drucken, die Farbe in den vertieften („gestochenen“, „geritzten“ oder durch zahlreiche andere Techniken behandelten) Partien der Platte und wird aus diesen durch hohen Druck auf das Papier übertragen. Dabei gibt es sogenannte kalte Verfahren wie den Kupferstich oder die Kaltnadelradierung, bei denen die Platte rein mechanisch behandelt wird, und Verfahren, bei denen die Platte zusätzlich geätzt wird, um eine Vertiefung bzw. Verbreiterung der zu druckenden Stellen zu erreichen, was auch immer mit einer Änderung der Hell-Dunkel-Werte einhergeht.

Als Erfinder der Ätzradierung kurz vor 1500 gilt Daniel Hopfer, der das bildgebende Verfahren auf Papier aus seiner Praxis der Waffenverzierung durch Ätzung ableitete. Eine besondere Schwierigkeit bildete bei der Ätzradierung lange die Herstellung größerer zusammenhängender dunkler Flächen, da das Metall eine entsprechende Rauigkeit oder zahlreiche eng aneinander liegende Vertiefungen aufweisen muss, um viel Farbe halten zu können. Lange Zeit war das nur durch besonders enge Strich- oder Kreuzlagen möglich. Erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts kam es mit der Erfindung der „Aquatintatechnik“ zur seriellen Anwendung eines probaten Flächenätzverfahrens. Im experimentellen Radierwerk Goyas fand diese Technik in Verbindung mit der Strichätzung – sowohl technisch als auch künstlerisch gesehen – ihren ersten großen Höhepunkt. 

Heinrich Heuer (*1934) ist bei unserer Ausstellung sozusagen der leuchtende Schlusspunkt einer über 500 Jahre andauernden Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten der künstlerisch genutzten Metallätzung in der Druckgrafik. Wir schätzen uns glücklich, nicht nur eine Auswahl seiner erst in diesem Jahr entstandenen großformatigen Radierungen sondern auch die Druckplatten dazu zeigen zu können. Gezeigt werden außerdem Beispiele für sämtliche Entwicklungsstufen der Radierung, inklusive frühen Beispielen für Flächenätzverfahren sowie Farbradierungen, von Hopfer über Goya bis zu Beispielen des 20. und 21. Jahrhunderts. Durch eine gezielte Auswahl können dabei gleichzeitig so viel wie möglich unterschiedliche Tiefdrucktechniken gezeigt werden: von der einfachen Strichätzung über Mezzotinto bis zur Reservage-Technik, vom „à la poupée“-Druck in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Viscosity-Printing eines Stanley William Hayter, von der Weichgrundätzung bis zum Naturselbstdruck.


Künstler: Daniel und Hieronymus Hopfer, Hans Sebald Beham, Hendrik Goltzius, Adriaen Brouwer, Giovanni Benedetto Castiglione, Wenzel Hollar, Nicholas Cochin, William Hogarth, Francesco Bartolozzi, Giovanni Battista Cipriani, Daniel Nikolaus Chodowiecki, Francisco Goya, Camille Corot, Edgar Degas, James Ensor, Odilon Redon, Arthur Illies, Käthe Kollwitz, Max Slevogt, Walter Gramatté, Georg Ehrlich, Georges Rouault, Henri Matisse, Stanley William Hayter, Hans Bellmer, Arnulf Rainer, Florentina Pakosta, Felix Waske, Antoni Tàpies, Daniel Pizani, Heinrich Heuer


   

Vergangene Ausstellung:

Neto — Pfauth — Pizani — Schneider — Seierl Mappen Druckserien


Online-Katalog
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Fünf Künstler, fünf verschiedene Drucktechniken, fünf verschiedene Formen serieller Gestaltung. Was drei der Künstler verbindet, ist die Herausgabe in Mappenform und der Umstand, dass sie für ihre Druckserie durch einen temporären Aufenthalt im Ausland angeregt wurden. Für Michael Schneider war das Japan, für Daniel Pfauth Sri Lanka und für Wolfgang Seierl Polen. Antonio Neto schöpft die Anregungen für seine teilweise außerordentlich umfangreichen Serien aus Reisen in seiner Fantasie, die mit Erinnerungen sowohl an europäische als auch außereuropäische Mythen getränkt ist. Und der Brasilianer Daniel Pizani, mit 26 Jahren der Jüngste der fünf, würdigt in seiner Gruppe von Radierungen sowohl technisch als auch inhaltlich vier Jahrhunderte europäischer Ätzkunst, von Rembrandt, Tiepolo und Goya bis zu Ensor und Picasso.